Info über Bernd-Michael "Bernie" Land und das Aliens-Project

Am 11.06.1954 konnte ich in Frankfurt am Main das Licht zur Welt erblicken.

Mein erstes musikalisches Wirken begann wohl so als Vierzehnjähriger Lümmel, als ich versucht habe das Klavier von der Oma meines besten Freundes Henry zu zerhacken.
Es war die Zeit in den Jahren 1968/69, als die ersten Produktionen mit diesen neumodischen Synthesizern die Plattenläden eroberten. Von Wendy Carlos wurde der legendäre Moog Modular-Synthesizer durch "Switched on Bach" gerade salonfähig gemacht, Brian Eno, Keith Emerson, Kraftwerk und Tangerine Dream taten ein übriges.


Die Faszination der Technik mit diesen vielen Knöpfchen, Steckern und Kabeln hat mich damals mächtig beeindruckt und für mein weiteres Leben stark geprägt.
Als ich 1969 meine Schlosserlehre begann wurde jede Mark für eigenes Equipment gespart und mit diversen Nebenjobs besserte ich mein klägliches Gehalt von lächerlichen DM 60,- / Monat kräftig auf. Bei diesem Einkommen kann man sich vielleicht mein langes Gesicht vorstellen, als ich im Schaufenster einen EMS Synhie AKS zum Sonderpreis für nur DM 6.750,- liegen sah. Eines wurde mir sofort klar, in Kürze einen eigenen leistungsfähigen Synthesizer zu besitzen erschien mir ein unerreichbares Ziel.



So habe ich mir mangels Moneten zuerst nur eine billige Transistororgel, und erst ein wenig später einen Syntron "A", meinen ersten richtigen Synthie zusammen gespart. Um mein musikalisches Basiswissen zu erweitern, begann ich zeitgleich damit Klavierunterricht zu nehmen.

Entsprechend den Anforderungen hat sich mein Equipment über die Jahre stetig verändert.
Die alte Orgel, eine italienische CAI-Recital, mußte einer Hammond B3 mit Leslie weichen, ein Fender Rhodes Seventythree Mark III und ein Minimoog kamen hinzu.
Als Keyboarder in verschiedenen Underground- und Rockbands hatte ich gewichtsmäßig am meisten zu kämpfen, an Synthies nahm ich immer nur den Minimoog, später zusätzlich einen ARP Odyssey mit on Stage.
Übrigends, mein schöner weißer ARP wurde mir damals mit einem Comapct Phasing A von Schulte im Übungsraum geklaut.

Vielleicht war es die lockere, lutschimäßige Art meiner Mitmusiker, wenn es um die Einhaltung von Dates und Terminen ging ("hab keinen Bock gehabt"), die fehlenden Ambitionen in der Band oder die Schlepperei des Equipments nach den Gigs, keine Ahnung, ist alles schon zu lange her, ich hatte einfach keinen Bock mehr zu touren.
Jedenfalls trennte ich mich Anfang/Mitte der 80er Jahre komplett von meinem Live-Equipment und ließ mich in meinem Kellerverließ mit einigen Zentnern analogem Modulargerödel für ein paar Jahre einmauern.

Hätte ich all meine alten Synthies und Outboards behalten können (großes Roland System 700 mit MC-8, Roland System 100 M mit 9x191J, Moog-Vocoder, Minimoog, EMS Synthie A, EDP Wasp, etc.), wäre das heute sicher eine gute Basis für ein gut ausgestattetes Synthesizermuseum gewesen. Aber um neue Sachen kaufen zu können, mußte ich den alten Kram wieder loswerden.
Ich verbrachte sehr viel Zeit in meinem kleinen Studio, konnte ich doch hier ohne Terminstreß die Zeit frei einteilen. Nur hier gab es die Möglichkeit so richtig frei und wild zu experimentieren, immer auf der Suche nach völlig neuen Klängen und anderen Möglichkeiten im Bereich des Sounddesigns oder der Steuerungstechnik.



Da freut sich das Insekt: Eine Wespe im Plastikbecher, oben mit einem SM-58 Micro verschlossen und wenn man ausreichend Zigarettenrauch hineinbläst und ein wenig schüttelt kann man damit ganz tolle Sachen ansteuern und Filterverläufe verändern. Somit war der erste biologische Sequenzer erschaffen.
Es gab auch manchmal Ärger, z. B. als ich die Blockflöte meiner Schwester an Mutters neuen Staubsauger klebte.
Und dann hatte ich da noch einige nette Experimente mit meinem Theremin.
Dieses wurde einmal kopfüber mit Gaffa-Tape an den Kleiderschrank geklebt und der alte Deckenventilator Modell Havanna sollte für einen coolen Tremoloeffekt sorgen. Anfangs traten jedoch Probleme auf, die Masse der Rotorblätter war zu gering um die auf Induktion reagierenden Antennen des Theremins anzuregen. Abhilfe wurde dann geschaffen, in dem ich in Wasser getränkte Camelia Damenbinden an den Rotoren befestigte. Und siehe da, plötzlich klappte das völlig problemlos.
Wenn ich den Ventilator in der Mitte mit dem Daumen abgebremst und wieder losgelassen habe, bekam ich ein Freestyle-Leslie und durch langsames Kippen des Schrankes konnte ich stufenlos von Amplituden-Modulation auf Frequenzmodulation morphen.


Ende der 80er durchbrach ich die Mauern und es begann ein völlig neuer Abschnitt, denn ich hatte die Midi-Schnittstelle für mich entdeckt.
Anfangs wehrte ich mich noch heftig gegen den Einsatz von EDV (Ende der Vernunft) im Studio, aber ein Atari ST war ja kein richtiger Computer.
Ein großer Teil der analogen Schrankwände wurde wieder verhökert und im Laufe der Zeit sammelten sich immer mehr moderne digitale Synthies bei mir an.
Dann war da noch die Geschichte mit sieben via Midi gesteuerten Epson RX-80 Nadeldruckern (da muß ich mal die alten Presseberichte herauskramen).

Als ich dann endlich über einen Sampler (Ensoniq EPS) verfügte, verfiel ich dem Samplewahn. Es wurden dann sogar Wassertropfen in der (meist leeren) Kloschüssel gesampelt, das ergibt echt geile Percussions und man könnte die Sounds wohl am ehesten als Kloroform bezeichnen.
Oder ich habe das Mikrofon bei Scheißwetter in 6 Meter Höhe in die Regenrinne gehalten, das klingt dann fast ein bischen nach einem Digerdidoo, wenn der Wind kräftig am Gully saugt.
Eines jedoch ist ganz sicher, ich bin wohl der Erfinder der Syphonmusic, denn kaum ein anderer hat so viel Zeit mit seinem Sampler auf dem Klo verbracht wie ich.


Seit 1996 hat auch der Atari mit seinem Mäusekino als Sequenzer ausgedient und wird bis heute nur noch für ältere FM-Synthesizer im Soundprogramming genutzt und ein Power-PC ist an seine Stelle getreten. Die Absturzkompatibilität der verschiedenen Softwareanbieter zu Windows ist schon recht beeindruckend...

Heute befinden sich in meinem Studio jede Menge analoger, digitaler und virtuell analoger Synthesizer mit den unterschiedlichsten Syntheseformen, mehrere Sampler sowie jede Menge Outboard-Equipment.
Wer aber nun glaubt hier auf einen Synthiesammler gestoßen zu sein, der ist auf dem Holzweg, denn sämtliche Geräte werden auch nach wie vor in meinen Produktionen eingesetzt.
Es erspart mir ungemein viel Zeit, wenn ich für jede erdenklich klangliche Herausforderung einen entsprechenden Spezialisten greifbar habe.
Ich kann jederzeit intuitiv entscheiden, an welchem Gerät ich mir den benötigten Sound am schnellsten und effektivsten programmieren möchte.

Über meine Musik.
Nicht selten habe ich nur so aus Spaß am Experimentieren tagelang an den modularen Maschinen geschraubt. Diese Arbeiten wurden anfangs mit einfachen Tonbandgeräten aufgezeichnet. Als dann im Laufe der Jahre meine beiden alten  Bandmaschinen kaputt gingen, habe ich auch die ganzen alten Tonbänder entsorgt.  Lediglich eine handvoll uralte Compactcassetten haben überlebt, die Qualität ist jedoch sehr schlecht da die Aufnahmen sehr stark rauschen.
Heute bereue ich das ein bischen, leider gibt es auch nur sehr wenig Fotos aus dieser Zeit.
Meine Erstlingswerke wurden nie richtig "auf Platte" veröffentlicht, sondern nur für gute Freunde auf Bestellung verfielfältigt. Damals geschah das alles noch in reiner Handarbeit recht mühevoll auf den üblichen Compact-Casstten.
Diese Musik war wohl damals nicht kommerziell genug und viel zu experimentell für die Ohren der Durchschnittskonsumenten.
Die Zeit war auch einfach noch nicht reif für avantegardistische elektronische Musik.
Heute sind einige der alten Sachen rare Sammlerstücke, die ich zum Teil selber nicht mehr habe.


Es wurden aber daneben auch Arbeiten im Kundenauftrag produziert, die dann für Werbung, TV- und Filmproduktionen oder Computerspiele verwertet wurden.
 
Seit 1999 stehe ich auch wieder live auf der Bühne, teils mit Partnern zusammen,
teilweise auch als Soloact.
Einzelheiten über mein aktuelles Werkeln kann man in der Rubrik "Projects" nachlesen.
 
Die aktuellen Veröffentlichungen (CDs) findet Ihr im Shop, dies sind:
Bikers-Paradise -released im November 1999
Drop Out -released im Februar 2001
TheReMinator -released im September 2001
Bad Samples (Sample Library) -released September 2001
Bionics (Sample Library) -released Februar 2003
Kamerun da Chillaz -released soon 2006
Behind the blue Room -released soon / 2006
 

E=mc2 -Have Fun!Bernie

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